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PM: Dortmunder Antifa-Bündnis kritisiert Behörden im Todesfall Ousman Sey


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Am Morgen des 7. Juli 2012 starb der aus Gambia stammende Ousman Sey im Dortmunder Polizeigewahrsam. Das Dortmunder Antifa-Bündnis kritisiert den Umgang von Polizei und Behörden mit dem Fall.

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Alerta und Antifacamp – gegen den Naziaufmarsch am 1. September

Regelmäßige Leser_innen werden schon bemerkt haben, das auf diesem Blog im Moment nicht so viel los ist. Das liegt daran, dass wir zur Zeit hauptsächlich an anderer Stelle aktiv sind. Im September wollen wieder einmal die Dortmunder Neonazis zum sogenannten „Nationalen Antikriegstag“ aufmarschieren. Wir beteiligen uns an zwei Projekten, die sich zum Ziel gesetzt haben den Nazis ihren Aufmarsch zu versauen:

Bundesweites Antifacamp Dortmund

antifacamp.org

Das bundesweite Antifacamp ist eine direkte Intervention gegen den Naziaufmarsch zum Antikriegstag am 1. September und die von den Nazis ausgerufenen “Aktionswochen”. Es wird Raum schaffen, um bundesweit Erfahrungen austauschen und um antifaschistische Kämpfe praktisch anzugehen. Durch Aktionen in den Stadtteilen und inhaltliche Workshops werden Themen wie gesellschaftlicher und staatlicher Rassismus mit Antinaziarbeit verknüpft. Darüber hinaus soll die soziale Frage klar antiautoritär und antifaschistisch gestellt und progressive antimilitaristische Akzente gesetzt werden.

Alerta! – Bündnis gegen den Naziaufmarsch am 1. September in Dortmund

alerta.noblogs.org

Das Alerta!-Bündnis ist ein Zusammenschluss des Dortmunder Antifa-Bündnisses mit weiteren antifaschistischen Gruppen und Personen aus NRW, um den “Nationalen Antikriegstag” in Dortmund zu sabotieren, zu blockieren und zu verhindern!

DU it yourself: Nachttanzdemo für kulturelle und soziale Freiräume in Duisburg am 1. Juni 2012

Linke Freiräume sind wichtig für eine antifaschistische, antikapitalistische und emanzipatorische (Jugend)kultur. Eine (Jugend)kultur die es Menschen ermöglicht, ihre Freizeit soweit wie möglich abseits von kapitalstischen Zwängen und Verwertungslogiken zu organisieren.
Im Ruhrgebiet gibt es immer noch zu wenig solcher Räume. Die Kampagne DuIY ist angetreten, an diesem Missstand in Duisburg etwas zu ändern. Mit ihrer mittlerweile zweiten Nachttanzdemo am 1. Juni 2012 wollen sie auf die Straße gehen, um ihrer Forderung nach einem selbstverwalteten sozio-kulturellen Zentrum Nachdruck zu verleihen. Das unterstützen wir!

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DAB-PM: Rechte „Borussenfront“ feiert Jubiläum in Innenstadt-Diskothek (Update: Veranstaltungsort bestätigt!)

Update: Der genaue Veranstaltungsort der Feier zu der eine große Zahl gewaltbereiter Neonazis und Hooligans erwartet werden ist nun bestätigt. Es handelt sich dabei um die von Matthias Domnik betriebene Diskothek „Dortmunds absoluter Club“ in der Balkenstraße 17-19.

Wie aus Neonazi-Szenekreisen bekannt wurde will die rechte Dortmunder Hooligangruppierung „Borussenfront“ am 16. Mai 2012 ihr 30-jähriges Bestehen feiern. Brisanterweise soll dies nicht an irgendeinem abgelegenen Ort, sondern in einer Diskothek mitten in der Dortmunder Innenstadt stattfinden.

Die „Borussenfront“ war in den 1980er Jahren eine der bekanntesten Hooligangruppierungen. Ihre Mitglieder prügelten sich nicht nur an Spieltagen mit gegnerischen Fans, sondern gingen auch außerhalb des Stadions auf MigrantInnen los. Auch optisch bezog man deutlich Stellung: die Dortmunder Hooligans benutzten dabei auch immer wieder NS-Symbole wie Runenschrift oder den SS-Totenkopf, etwa auf ihren Zaunfahnen oder T-Shirts. Dass dabei nicht nur ein Wille zur Provokation, sondern auch eine durchaus ernstgemeinte politische Einstellung zum Ausdruck kam, lässt sich am besten an der Person Siegfried Roland Borchardt zeigen: „SS-Siggi“ war Mitbegründer der neonazistischen „Kameradschaft Dortmund“ und fungierte früher in der Dortmunder Neonaziszene als Anmelder von zahlreichen Aufmärschen. Er war lange Zeit einer der führenden Köpfe der „Borussenfront“, die ihrerseits wiederum bis in die 90er Jahre hinein das Sagen auf der Dortmunder Südtribüne hatte. Doch spätestens seit ihrer großen “Jubiläumsfeier” zum 20-jährigen Bestehen war es merklich still um die Truppe geworden. Nachdem Ostern 2002 die Feier in Dortmund untersagt wurde, verlegte man die Veranstaltung auf einen Acker bei Kirtorf (Hessen) und reiste spontan mit den 150 Gästen zu dem Konzert der extrem rechten Bremer Band “Kategorie C”. Dort feierte man sich dann schließlich mit bis zu 600 Personen unter der Parole “SS, SA, Borussia” selbst.

„Auch wenn die Borussenfront als Gruppe in der Dortmunder Fanszene wie auch in der extremen Rechten keine große Rolle mehr spielt, hat sie doch immer noch viele Sympathisant_innen unter rechten BVB-Fans und Neonazis über die Dortmunder Stadtgrenzen hinaus. Dass die Borussenfront selbst extrem gewaltbereit ist, hat sie in den letzten 30 Jahren wiederholt unter Beweis gestellt. Von der Gewaltaffinität auch jüngerer neonazistischer BVB-Fans zeugt beispielsweise ein versuchter Angriff auf Gäste der Kneipe Hirsch-Q“, sagt Hannah Piehl, Sprecherin des Dortmunder Antifa-Bündnisses. Piehl weiter: „Eine Party der „Borussenfront“, die eine große Zahl gewalttätiger Neonazis in der Dortmunder Innenstadt versammelt ist eine Bedrohung für alldiejenigen, die sich in der Innenstadt bewegen und nicht ins Menschenbild der Neonazis passen.“

NPD-Stand in Dortmund-Hombruch: Kläglicher Wahlkampfversuch

Am 04. Mai versuchte die NPD im Dortmunder Stadtteil Hombruch um Stimmen bei der kommenden Landtagswahl zu werben. Wie an den Tagen davor unter anderem in Düsseldorf und Bielefeld bauten die16 Neonazis einen Stand auf, zeigten Transparente und versuchten Reden zu halten und Jingles vom Band abzuspielen. Dabei wurden sie jedoch von etwa 30 Antifaschist_innen und Anwohner_innen gestört.

Lautstark wurden die rechten Möchtegern-Politiker_innen angeschrien und mit antifaschistischen Parolen übertönt. Auch für die Flyer der Rechten interessierte sich in Hombruch kaum jemand.
Auch wenn neben dem Essener NPDler Marcel Haliti extra der Parteivorsitzende Holger Apfel aus Sachsen angekarrt wurde – eine erfolgreiche Wahlkampfaktion sieht anders aus.

NPD-Stand in Dortmund-Hombruch

200 Menschen gegen Pro NRW auf der Straße

Etwa 200 Menschen störten am gestrigen Donnerstag, den 03. Mai, eine Wahlkampfkundgebung von Pro NRW. Die sog. „Bürgerbewegung“ mit dem rassistischen Programm tourt seit Ende letzter Woche durch NRW, um ihre Hetze gegen Muslime vor Moscheen im ganzen Land zum Besten zu geben.

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DAB-Pressemitteilung zu Übergriff auf die Kneipe „Hirsch-Q“ am 21.04.2012

In der Nacht von Samstag auf Sonntag kam es vor der Kneipe „Hirsch-Q“ in der Dortmunder Innenstadt zu einem Übergriff mehrerer Neonazis und rechter Fußballfans auf Kneipengäste.

Bereits um ca. 23 Uhr baute sich vor der Kneipe in der Brückstraße eine etwa zehnköpfige Personengruppe auf, die auf Höhe der Straße Helle befindliche Kneipengäste anpöbelte und mit rufen wie „SS, SA, Borussia“ und „Scheiß Antifa“ ihre rechte Gesinnung zeigten. Einige der beteiligten Personen fielen auch durch das Tragen von Kleidung der von Neonazis vertriebenen Kleidungsmarke „Thor Steinar“, sowie Fanbekleidung der rechten Hooligan-Band „Kategorie C“ auf. Die Personengruppe legte sich an einer in der Helle befindlichen Baustelle Flaschen und Baustellenutensilien als Wurfgeschosse bereit, verschwand jedoch nach dem Eintreffen der verständigten Polizei.

Wenige Stunden später, zwischen ein und zwei Uhr nachts, kam es zu einer weiteren Störung durch die Personengruppe, die mittlerweile auf ca. 15 Personen angewachsen war. Mit Holzlatten und anderen zum Teil der Baustelle in der Helle entnommenen Wurf- und Schlagwerkzeugen versuchte die Gruppe, die Gäste der Kneipe anzugreifen. Erst nach dem Eintreffen von Beamten der Polizeihundertschaft flüchteten die Angreifer abermals. Unter anderem durch Flaschenwürfe der rechten Fußballfans wurden mindestens drei Personen, die sich auf der Brückstraße aufhielten leicht verletzt.

Hanna Piehl, Sprecherin des Dortmunder Antifa-Bündnisses, äußert sich wie folgt zu dem Übergriff: „Dieser Vorfall reiht sich in eine lange Liste von geplanten Angriffen auf die ‚Hirsch-Q‘ wie auch auf andere Dortmunder Einrichtungen, die sich gegen Neonazis positionieren, ein.“

Piehl weiter: „Die Angreifer waren durch Kleidung und gerufene Parolen eindeutig als neonazistische Fans des BVB zu erkennen. Nachdem Mitglieder der Ultragruppierung ‚Desperados‘ bereits bei dem Spiel gegen den SV Werder Bremen durch ihre menschenverachtende Gesinnung in Erscheinung getreten sind, zeigt dieser Übergriff einmal mehr, dass es in gewissen Kreisen der Dortmunder Fanszene Anknüpfungspunkte für Neonazis gibt.“

Nachtrag: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Polizisten

Wie das Internetportal „DerWesten.de“ berichtet, ermittelt die Staatsanwaltschaft Dortmund gegen Polizeibeamte, die an dem Übergriff auf Teilnehmer_innen der Schmuddel-Gedenkkundgebung am 28.3. beteiligt waren.

Das Dortmunder Antifa-Bündnis hatte am Sonntag ein Video veröffentlicht, in dem zu sehen ist wie Polizisten auf vor ihnen stehende Demonstrant_innen einschlagen.

Video: Polizeiübergriffe bei Gedenken an ermordeten Punk

Während der Kundgebung in Gedenken an Thomas Schulz griffen am vergangenen Mittwoch Beamt_innen der Dortmunder Polizeihundertschaft und der Streifenpolizei Teilnehmer_innen der Kundgebung an. Die Angegriffenen hatten vorher gegen die gewaltsame Festnahme von mehreren Punks protestiert, die von der Polizei am Betreten des Tatort des Mordes im Untergeschoss des U-Bahnhofs Kampstraße gehindert wurden.


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Lautstarke Antifa-Demo durch Dorstfeld – Polizei behindert trotz neuem Polizeipräsidenten effektive Proteste gegen Naziaufmarsch.

Das Dortmunder Antifa-Bündnis zieht eine positive Bilanz der antifaschistischen Demonstration “Rechte Gewalt unmöglich machen!” durch Dorstfeld. Die kraftvolle und lautstarke Demonstration setzte ein deutliches Zeichen gegen Nazis in Dorstfeld und rechte Alltagskultur. Störungen durch Angehörige der rechten Szene blieben aus, obwohl die Nazis Dorstfeld gerne als “ihren” Stadtteil betrachten.

Weniger zufrieden zeigt das Dortmunder Antifa-Bündnis sich jedoch mit dem Verlauf der Proteste gegen den Naziaufmarsch am Nachmittag. Trotz des neuen Polizeipräsidenten hat sich an der Bereitschaft der Polizei, Neonazis die Straße freizuräumen, nichts geändert. Effektiver Protest, der über das Herumstehen an Polizeisperren hinausgeht, wird auch unter Norbert Wesseler verhindert.

Enttäuschend ist weiterhin, dass die Polizei nicht gegen fotografierende Neonazis vorgeht. Immer wieder hat sich in den letzten Jahren gezeigt, dass die Neonazis Bilder von antifaschistischen Demonstrationen zur Vorbereitung ihrer Überfälle benutzen. Antifaschist_innen, die sich dagegen mit Tüchern und Sonnenbrillen schützen wollen, werden von der Polizei mit Strafanzeigen bedroht. Darüber hinaus versuchte die Polizei rechtswidrigerweise, Zivilpolizisten innerhalb der antifaschistischen Demonstration einzusetzen. Der Versuch misslang, da Demonstrationsteilnehmer_Innen auf die Zivilpolizisten aufmerksam wurden und diese enttarnen konnten.

Insgesamt gingen am heutigen Samstag über 1.000 Menschen gegen den Naziaufmarsch auf die Straße. Angesichts der Polizeistrategie, lediglich symbolische Störaktionen zuzulassen, konnte der Naziaufmarsch nicht verhindert werden. Als Fazit des Tages kann festgehalten werden, dass auch der neue Polizeipräsident nicht bereit ist, wirkungsvoll gegen Nazistrukturen und Naziaufmärsche in Dortmund vorzugehen.