Archiv der Kategorie 'Eigene Texte und Aufrufe'

PM: Antifa-Bündnis begrüßt Gedenken an Mehmet Kubaşık und erinnert an die Versprochene Gedenktafel für Thomas Schulz

Am Montag, den 24. September, wird in der Mallinckrodtstraße ein Gedenkstein für den von Neonazis ermordeten Mehmet Kubaşık eingeweiht. Das Dortmunder Antifa-Bündnis mahnt an, auch dem durch einen Neonazi ermordeten Punk Thomas “Schmuddel” Schulz endlich angemessen zu gedenken. (mehr…)

DAB-PM: Rechte „Borussenfront“ feiert Jubiläum in Innenstadt-Diskothek (Update: Veranstaltungsort bestätigt!)

Update: Der genaue Veranstaltungsort der Feier zu der eine große Zahl gewaltbereiter Neonazis und Hooligans erwartet werden ist nun bestätigt. Es handelt sich dabei um die von Matthias Domnik betriebene Diskothek „Dortmunds absoluter Club“ in der Balkenstraße 17-19.

Wie aus Neonazi-Szenekreisen bekannt wurde will die rechte Dortmunder Hooligangruppierung „Borussenfront“ am 16. Mai 2012 ihr 30-jähriges Bestehen feiern. Brisanterweise soll dies nicht an irgendeinem abgelegenen Ort, sondern in einer Diskothek mitten in der Dortmunder Innenstadt stattfinden.

Die „Borussenfront“ war in den 1980er Jahren eine der bekanntesten Hooligangruppierungen. Ihre Mitglieder prügelten sich nicht nur an Spieltagen mit gegnerischen Fans, sondern gingen auch außerhalb des Stadions auf MigrantInnen los. Auch optisch bezog man deutlich Stellung: die Dortmunder Hooligans benutzten dabei auch immer wieder NS-Symbole wie Runenschrift oder den SS-Totenkopf, etwa auf ihren Zaunfahnen oder T-Shirts. Dass dabei nicht nur ein Wille zur Provokation, sondern auch eine durchaus ernstgemeinte politische Einstellung zum Ausdruck kam, lässt sich am besten an der Person Siegfried Roland Borchardt zeigen: „SS-Siggi“ war Mitbegründer der neonazistischen „Kameradschaft Dortmund“ und fungierte früher in der Dortmunder Neonaziszene als Anmelder von zahlreichen Aufmärschen. Er war lange Zeit einer der führenden Köpfe der „Borussenfront“, die ihrerseits wiederum bis in die 90er Jahre hinein das Sagen auf der Dortmunder Südtribüne hatte. Doch spätestens seit ihrer großen “Jubiläumsfeier” zum 20-jährigen Bestehen war es merklich still um die Truppe geworden. Nachdem Ostern 2002 die Feier in Dortmund untersagt wurde, verlegte man die Veranstaltung auf einen Acker bei Kirtorf (Hessen) und reiste spontan mit den 150 Gästen zu dem Konzert der extrem rechten Bremer Band “Kategorie C”. Dort feierte man sich dann schließlich mit bis zu 600 Personen unter der Parole “SS, SA, Borussia” selbst.

„Auch wenn die Borussenfront als Gruppe in der Dortmunder Fanszene wie auch in der extremen Rechten keine große Rolle mehr spielt, hat sie doch immer noch viele Sympathisant_innen unter rechten BVB-Fans und Neonazis über die Dortmunder Stadtgrenzen hinaus. Dass die Borussenfront selbst extrem gewaltbereit ist, hat sie in den letzten 30 Jahren wiederholt unter Beweis gestellt. Von der Gewaltaffinität auch jüngerer neonazistischer BVB-Fans zeugt beispielsweise ein versuchter Angriff auf Gäste der Kneipe Hirsch-Q“, sagt Hannah Piehl, Sprecherin des Dortmunder Antifa-Bündnisses. Piehl weiter: „Eine Party der „Borussenfront“, die eine große Zahl gewalttätiger Neonazis in der Dortmunder Innenstadt versammelt ist eine Bedrohung für alldiejenigen, die sich in der Innenstadt bewegen und nicht ins Menschenbild der Neonazis passen.“

Vorsicht Extremisten! Der Verfassungsschutz klärt auf

Alles Extremisten, gewaltätig sind sie auch – der VS informiert.

Ab dem 23. Februar ist in der Dorstfelder Wilhelm-Busch-Realschule eine Ausstellung mit dem Titel „Es betrifft Dich! – Demokratie schützen – Gegen Extremismus in Deutschland“ zu sehen. Die Ausstellung wurde vom Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) gestaltet und wird von diesem vergeben und betreut.

„Mit Informationstafeln, Multimedia- und anderen interaktiven Elementen sowie in Vitrinen ausgestellten Tat- und Propagandamitteln wird umfassend über die Gefahren aller Extremismusformen in der Bundesrepublik Deutschland aufgeklärt“, schreibt das BfV auf seiner Website zur Ausstellung. Dabei sollen die Besucher_innen über die Wissensvermittlung hinaus auch emotional involviert werden.1 Warum diese Ausstellung nicht in der Lage ist, auf die Probleme die sie ansprechen will eine brauchbare Antwort zu geben, wollen wir in diesem Text darlegen. (mehr…)

31. März: Demonstration gegen rechte Gewalt

Rechte Gewalt unmöglich machen
Am 31. März findet in Dortmund eine Demonstration gegen rechte Gewalt statt. Wir wollen in diesem Zusammenhang auf die Aktualität und die Dimensionen rechter Gewalt hinweisen und die tiefe Verankerung rechter Ideologien in der Gesellschaft thematisieren. Darüber hinaus wollen wir mit dieser Demonstration auch das Ignorieren und Verleugnen von Phänomenen und Ausprägungen (alltäglicher) rechter Gewalt in den Fokus rücken sowie an die Opfer dieser Gewalt erinnern. Die Demonstration wird im Stadtteil Dortmund-Dorstfeld stattfinden. Dort wohnen viele der Neonazis, die seit Jahren in Dortmund für eine Welle rechter Gewalttaten verantwortlich zeichnen. Anlass ist der siebte Todestag des Punks Thomas Schulz, der im Jahr 2005 von einem Neonazi erstochen wurde.

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Offener Brief des Dortmunder Antifa-Bündnisses anlässlich des staatsfinanzierten Projektes „Dortmund den Dortmundern“

Sehr geehrte Damen und Herren,

dieser offene Brief richtet sich an die Verantwortlichen und Kooperationspartner_innen des Projektes „Dortmund den Dortmundern“.

Wie auch der Internetseite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zu entnehmen ist, soll in Dortmund ein mit Bundesmitteln gefördertes Projekt stattfinden, das sich den gleichberechtigten Dialog mit Protagonist_innen der Dortmunder Neonaziszene zum Ziel gesetzt hat.

Kreativworkshop mit Neonazi-Schlägern
Zu diesem Zweck möchte die multilateral academy ggmbh aus Dortmund, die als Trägerin für dieses Projekts verantwortlich zeichnet, 30 Neonazis – Kader wie Mitläufer – gegen 30 „demokratisch orientierte Jugendliche“ antreten lassen, um offen und fair über die Frage zu diskutieren, wem die Stadt Dortmund gehört und wie sich die Zukunftswünsche der Beteiligten für eben diese darstellen. Im Verlauf des Projekts sollen beide Gruppen ihre Sichtweise in künstlerischen Workshops verarbeiten. Ziel ist eine Gegenüberstellung der politischen Konzepte, so dass die nicht-rechten Jugendlichen in der konfrontativen Auseinandersetzung mit den Neonazis in ihrem demokratischen Weltbild gestärkt werden.

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Paradigmenwechsel bei „Schmuddel“-Demo am 31.03. in Dortmund

Am 28. März 2005 wurde der Punk Thomas „Schmuddel“ Schulz von dem damals 17-jährigen Neonazi Sven Kahlin ermordet, weil Thomas die rechten Sprüche des Naziskins nicht unkommentiert stehen lassen wollte. Kurz darauf demonstrierten mehr als 4.000 Antifaschist_innen in Dortmund gegen Neonazis. Dazu hatte ein breites Bündnis antifaschistischer Gruppen aufgerufen. Seither organisieren Dortmunder Antifaschist_innen jedes Jahr eine Demonstration in Gedenken an Thomas Schulz, an der regelmäßig mehrere Hundert Personen teilnehmen. Der alljährliche Aufzug zum Monatswechsel vom März zum April ist weitläufig auch als „Thomas-Schulz-Gedenkdemo“ oder kurz „Schmuddel“-Demo bekannt.

Im Zuge der Nachbereitung der jährlichen Demonstrationen und der Reflexion unserer Erinnerungspolitik, wurde zunehmend eine Diskrepanz zwischen unseren Ansprüchen und Zielvorstellungen auf der einen Seite und der praktischen Entwicklung und öffentlichen Wahrnehmung der Demo, auf der anderen Seite wahrnehmbar. Wir wollen deshalb im Folgenden begründen, weshalb wir die kommende Demo im März 2012 nicht mehr als „Thomas-Schulz-Gedenkdemo“ verstanden wissen wollen.

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„Nicht für möglich gehalten“ – Die konsequente Nichtbeachtung rechter Gewalt

Seit wenigen Tagen werden immer mehr Details über die Morde und Bombenanschläge der sich selbst als „Nationalsozialistischer Untergrund“ bezeichnenden Neonazigruppe bekannt. Nachdem eine von ihnen genutzte Garage 1998 von der Polizei durchsucht und dabei größere Mengen Sprengstoff gefunden wurden tauchten die drei bisher bekannten MörderInnen ab und starteten eine Mords- und Anschlagsserie. Traurige Bilanz der Taten, die der Gruppe bisher zugeordnet werden: Mindestens 10 Tote und eine zweistellige Zahl Verletzter. Für Politiker_innen, staatliche Stellen und das Gros der deutschen Medien etwas das „man sich so nicht habe vorstellen können“1 (mehr…)

Castor 2011 – Was passiert im Wendland?

Was ist der Castor?

Am 24. November startet in Valognes, Frankreich, ein Transport mit Hochradioaktivem Material nach Gorleben in Niedersachsen. Vor über 40 Jahren wurde beschlossen in der Stadt an der Elbe ein Endlager für solche Abfälle zu bauen. In einem alten Salzstock soll der Strahlenmüll für tausende Jahre versenkt werden. Seit der Entscheidung, in Gorleben Atommüll zu Lagern, ist der Kampf gegen das Endlager ein wichtiges Thema linker Politik. (mehr…)

Offener Brief des Dortmunder Antifa-Bündnisses zum Auftritt der Band „Die Bandbreite“ beim UZ-Pressefest

Offener Brief des Dortmunder Antifa-Bündnisses an den DKP-Vorstand, die Organisator_innen des UZ-Pressefestes und alle seine Fans und Besucher_innen.

Sehr geehrte Damen und Herren,

bereits zum 17. Mal findet das UZ-Pressefest im Revierpark Wischlingen in Dortmund statt. Mit Erstaunen stellten wir fest, dass unter den als „Highlights“[i] deklarierten Künstler_innen des DKP-Volksfestes auch die HipHop-Combo „Die Bandbreite“ angekündigt wird. Im Zeitrahmen vom 24.-26. Juni 2011 soll damit in Dortmund einer Band eine öffentliche Plattform gegeben werden, deren Texte von sexistischen, antisemitischen und NS-relativierenden Inhalten geprägt sind. Die Duisburger Band um den Sänger Marcel Wojnarowicz, genannt Wojna, und den DJ Torben Pape, genannt DJ Torben, fallen aber nicht nur durch ihre rechtsgerichteten und antiaufklärerischen Songtexte auf, sondern auch durch ihre Teilnahme und Unterstützung rechtsoffener bis eindeutig nationalistischer Veranstaltungen und Konferenzen. An verschiedenen Stellen sind diese Kritikpunkte, die wir im Folgenden noch näher erläutern wollen, bereits zur Diskussion gestellt worden. Allerdings richten sich bisherige Berichte zwar an die Öffentlichkeit, jedoch unseres Wissens nach nicht direkt an die Veranstalter_innen. Deshalb möchten wir mit diesem Brief die Organisator_innen des UZ-Pressefestes dazu aufzufordern, der Band „Die Bandbreite“ eine politische und programmatische Absage zu erteilen.

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Naziangriff auf die Hirsch-Q: Auswertung des Überwachungsvideos

Auswertungspapier des Dortmunder Antifa-Bündnisses
Ein halbes Jahr nach dem Überfall rechter Skinheads auf die Kneipe Hirsch-Q veröffentlicht das Dortmunder Antifa-Bündnis mit diesem Text eine ausführliche Auswertung eines Überwachungsvideos.

Warum erst jetzt? Im Grunde sehen wir es nicht als unsere Aufgabe an, kriminalistische Analysen von Beweismitteln zu erstellen. Die absehbare Verschleppung des Verfahrens durch die zuständige Staatsanwaltschaft aber lässt uns befürchten, dass die Tat einmal mehr von den Ermittlungsbehörden unter den Tisch gekehrt wird. Wir wollen klar machen, dass es durchaus Beweise gibt, dass die Polizei längst hätte ermitteln können, wer vor Ort war, als beinahe ein Mensch erstochen wurde.

In diesem Sinne findet sich im Folgenden eine ausführliche Beschreibung des Ablaufs des Angriffs, eine Aufschlüsselung der einzelnen Teilnehmer_innen und ihrer konkreten Taten sowie eine Einordnung des Geschehens in die Historie von Naziangriffen und eine Kommentierung des Versagens der Ermittlungsbehörden.
Auswertungspapier des Dortmunder Antifa-Bündnisses:
http://antifaunion.blogsport.de/images/DABAuswertungspapierzumHirschQAngriffimDezember2010.pdf

Überarbeitetes Überwachungsvideo:

Pressespiegel:
15.06.11 – Antifa veröffentlicht Überwachungsvideo (SPON)
15.06.11 – Antifa zeigt Video vom Überfall auf Hirsch-Q (WAZ)
14.06.11 – Kritik an Ermittlungsbehörden nach Nazi-Angriff auf Szenekneipe Hirsch-Q (WAZ)
14.06.11 – DO: Neues Video zum „HirschQ“-Überfall (NRW rechtsaußen)
13.06.11 – Ausgewertetes Video eines Nazi-Angriffs auf Dortmunder Szene-Kneipe setzt Staatsanwaltschaft unter Druck (Ruhrbarone)

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