Archiv für März 2012

Lautstarke Antifa-Demo durch Dorstfeld – Polizei behindert trotz neuem Polizeipräsidenten effektive Proteste gegen Naziaufmarsch.

Das Dortmunder Antifa-Bündnis zieht eine positive Bilanz der antifaschistischen Demonstration “Rechte Gewalt unmöglich machen!” durch Dorstfeld. Die kraftvolle und lautstarke Demonstration setzte ein deutliches Zeichen gegen Nazis in Dorstfeld und rechte Alltagskultur. Störungen durch Angehörige der rechten Szene blieben aus, obwohl die Nazis Dorstfeld gerne als “ihren” Stadtteil betrachten.

Weniger zufrieden zeigt das Dortmunder Antifa-Bündnis sich jedoch mit dem Verlauf der Proteste gegen den Naziaufmarsch am Nachmittag. Trotz des neuen Polizeipräsidenten hat sich an der Bereitschaft der Polizei, Neonazis die Straße freizuräumen, nichts geändert. Effektiver Protest, der über das Herumstehen an Polizeisperren hinausgeht, wird auch unter Norbert Wesseler verhindert.

Enttäuschend ist weiterhin, dass die Polizei nicht gegen fotografierende Neonazis vorgeht. Immer wieder hat sich in den letzten Jahren gezeigt, dass die Neonazis Bilder von antifaschistischen Demonstrationen zur Vorbereitung ihrer Überfälle benutzen. Antifaschist_innen, die sich dagegen mit Tüchern und Sonnenbrillen schützen wollen, werden von der Polizei mit Strafanzeigen bedroht. Darüber hinaus versuchte die Polizei rechtswidrigerweise, Zivilpolizisten innerhalb der antifaschistischen Demonstration einzusetzen. Der Versuch misslang, da Demonstrationsteilnehmer_Innen auf die Zivilpolizisten aufmerksam wurden und diese enttarnen konnten.

Insgesamt gingen am heutigen Samstag über 1.000 Menschen gegen den Naziaufmarsch auf die Straße. Angesichts der Polizeistrategie, lediglich symbolische Störaktionen zuzulassen, konnte der Naziaufmarsch nicht verhindert werden. Als Fazit des Tages kann festgehalten werden, dass auch der neue Polizeipräsident nicht bereit ist, wirkungsvoll gegen Nazistrukturen und Naziaufmärsche in Dortmund vorzugehen.

Pressemitteilung: Auftakt in den Demosamstag: 500 gegen rechte Gewalt in Dorstfeld

500 Menschen nahmen heute Vormittag an einer Demonstration gegen rechte Gewalt teil. Die Demonstranten zogen lautstark durch den Stadtteil Dorstfeld, um gegen die fünf Morde und unzähligen Übergriffe von Neonazis in Dortmund zu protestieren und ihre Solidarität mit den Betroffenen zu bekunden.

Der Stadtteil Dorstfeld gilt als Hochburg der rechten Szene in NRW. Zahlreiche Neonazis wohnen dort. Besonders am Wilhelmsplatz und am Steinauweg haben gezielt Mitglieder der Gruppen „Skinheadfront Dorstfeld“ und „Nationaler Widerstand Dortmund“ Wohnungen angemietet. „Die Neonazis stellen Dorstfeld als ihren Staddteil dar“, erklärt Hannah Piehl, Pressesprecherin des Dortmunder Antifa-Bündnis. „Bei der Demonstration am heutigen Samstag war davon nichts zu sehen. Lediglich einige Fotografen der rechten Szene haben sich am Rande der Demonstration blicken lassen.“

Die Polizei zeigte sich weniger gewaltbereit als am Mittwoch, als Beamte der Dortmunder Einsatzhundertschaft zahlreiche Teilnehmer einer Gedenkveranstaltung mit Pfefferspray und Schlagstöcken verletzten. Immer wieder wurde die Demonstration jedoch angehalten, weil sich Teilnehmer vermummt hätten. „Gerade in Dortmund haben Neonazis in der Vergangenheit immer wieder Bilder von antifaschistischen Demonstrationen zur Vorbereitung ihrer Übergriffe genutzt. Sich zu vermummen, um die eigene Identität zu schützen, ist für Antifaschisten eine Notwendigkeit“, erklärt Hannah Piehl. „Die Polizisten, die das verhindern wollen, machen sich zu Helfern der rechten Schläger.“

Im Laufe des Nachmittags wollen in Dortmund Neonazis einen Aufmarsch abhalten. Antifaschistische Initiativen und Bündnisse haben angekündigt, den Aufmarsch zu blockieren. Wir berichten im Laufe des Tages weiter.

Pressemitteilung: Polizeiübergriff sprengt Gedenkveranstaltung für Thomas Schulz

Am 7. Jahrestag der Ermordung des Punks Thomas Schulz durch den Dortmunder Neonazi Sven Kahlin nahmen etwa 150 Menschen an einer Kundgebung zum Gedenken an den Ermordeten teil. Überschattet wurde das Gedenken durch Übergriffe der Dortmunder Polizeihundertschaft, bei denen sowohl Freunde des Opfers als auch Teilnehmende der Kundgebung verletzt wurden. (mehr…)

Eine Gedenktafel für Thomas Schulz

In Gedenken an den 2005 von einem Neonazi ermordeten Thomas Schulz findet am 28. März eine Kundgebung an dem damaligen Tatort statt. Ab 18:30 Uhr wird am U-Bahnhof Kampstraße (oberirdisch) an den Punker, den seine Freunde „Schmuddel“ nannten, im Rahmen einer Kundgebung gedacht. Das Dortmunder Antifa-Bündnis ruft dazu auf, an der vom „Bündnis Dortmund gegen Rechts“ organisierten Veranstaltung teilzunehmen.

Im Rahmen der Kundgebung wollen wir besonders unsere Forderung nach einer Gedenktafel erneuern. (mehr…)

Rechte Hetzmusik in der Innenstadt

Am 31. März wollen Neonazis erneut in Dortmund aufmarschieren. Das Dortmunder Antifa-Bündnis (DAB) wirft im Vorfeld einen genaueren Blick auf die auftretenden Bands und die Pläne der Neonazis.

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„Was geht mich das an?“ Zum nachhören

Seit Anfang 2012 nehmen wir die Veranstaltungen der Reihe „Was geht mich das an?“ auf, um sie euch zum Nachhören zur Verfügung zu stellen. Die Links zu den Audiomitschnitten und alle weiteren Informationen zu kommenden und gelaufenen Veranstaltungen findet ihr auf unsere Sonderseite. Folgende Veranstaltungen sind bereits verfügbar:

Dank für die technische Realisierung geht an das Antifa Medienzentrum Dortmund.

Antifa-Demo am 31.3. auf 11 Uhr vorverlegt


Am 31.3.2012 findet in Dortmund die Demonstration “Rechte Gewalt unmöglich machen!” statt. Das Dortmunder Antifa-Bündnis ruft dazu auf, in Dorstfeld gegen die dort wohnenden rechten Gewalttäter_innen, insbesondere die Mitglieder der rechten Kameradschaften “Skinhead-Front Dortmund-Dorstfeld” und “Nationaler Widerstand Dortmund” zu demonstrieren. Beginnen wird die Demo an der S-Bahn-Haltestelle Universität. Der Startzeitpunkt wurde auf 11:00 Uhr vorverlegt.
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Info-Veranstaltung und Buchvorstellung

Antifa-Demo gegen rechte Gewalt am 31.03. in DortmundIn der kommenden Woche Veranstalten wir u.A. zusammen mit dem „Bahnhof Langendreer“ & „der_Notstand“, eine Buchvorstellung in Bochum und einen Vortrag in Dortmund.

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[Update] Kein Naziaufmarsch am 1. Mai in Dortmund?!

Wie mehrere Lokale Medien übereinstimmend berichten, wurde die Anmeldung für einen Naziaufmarsch am 1. Mai in Dortmund zurückgezogen. Dortmunder Neonazis geben an, im Rheinland demonstrieren zu wollen. [Update] Wie der Blog „NRW Rechtsaußen berichtet wollen die Neonazis in Bonn aufmarschieren.

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Veranstaltungen am Wochenende

Am Wochenende finden mehrere Veranstaltungen und Proteste statt die wir euch hiermit ans Herz legen möchten:

Freitag, 9.3., 19:00, Vortrag im SZ Bochum:
“Kein 10. Opfer!”? – Nationalsozialistischer Untergrund, Rechtsterror und die Rolle des Staates.

Wer den Vortrag des Apabiz am 17. Januar in Dortmund verpasst hat, kann morgen die Gelegenheit wahrnehmen das nachzuholen. Die Ankündigung findet sich auf der Homepage des Sozialen Zentrum Bochum. Ein Mitschnitt zur Veranstaltung in Dortmund findet sich hier.

Samstag, 10.3., 10:45, Nordausgang Dortmund HBF vor der Hauptpost:
Stadtrundgang: Auf den Spuren der Edelweißpiraten

Edelweißpiraten – so nannten sich in den dreißiger und vierziger Jahren Gruppen von Jugendlichen, die gegen die Nazis standen und sich vorwiegend gegen die Hitlerjugend organisiert haben.. Sie organisierten sich in Dortmund, aber auch im Ruhrgebiet und im Bergischen Land und trugen häufig unter dem Hemdenkragen das aus Horn geschnitzte Edelweiß. In Dortmund nannten sich die Edelweißpiraten „Latscher“. Viele ihrer Mitglieder haben Zwangsarbeitern geholfen, Flugblätter gedruckt und sie komponierten Lieder gegen die Nazis.
Infos zum Stadtrundgang findet ihr hier.

Samstag, 10.3., Münster:
Gegen 1000 Kreuze: Für ein selbstbestimmtes Leben!

Zum wie­der­hol­ten Mal wol­len am 10. März 2012 christ­lich-​fun­da­men­ta­lis­ti­sche Ab­trei­bungs­geg­ner_in­nen unter dem Motto „1000 Kreu­ze für das Leben“ durch Müns­ters In­nen­stadt zie­hen. Sie selbst geben als ihr Haupt­an­lie­gen an, mit ihrem Ge­bets­zug ein „Zei­chen zum Ge­den­ken der 1000 Kin­der [Em­bryo­nen], die an einem ge­wöhn­li­chen Werk­tag in Deutsch­land ge­tö­tet wer­den,“ set­zen zu wol­len. Als weiße Holz­kreu­ze tra­gen­de Pro­zes­si­on geben diese Chris­t_in­nen nicht nur ein gro­tes­kes Bild ab, mit ihren re­ak­tio­nä­ren Po­si­tio­nen pro­pa­gie­ren sie ein, frau­en­feind­li­ches, se­xis­ti­sches und ho­mo­pho­bes Welt­bild. Be­reits in den letz­ten Jah­ren or­ga­ni­sier­te sich da­ge­gen viel­fäl­ti­ger Pro­test und auch in die­sem Jahr sol­len die re­ak­tio­nä­ren Po­si­tio­nen nicht un­wi­der­spro­chen blei­ben.
Informationen zu den Protesten gibt es auf der Homepage von Gegen 1000 Kreuze.