Archiv für Juni 2011

Offener Brief des Dortmunder Antifa-Bündnisses zum Auftritt der Band „Die Bandbreite“ beim UZ-Pressefest

Offener Brief des Dortmunder Antifa-Bündnisses an den DKP-Vorstand, die Organisator_innen des UZ-Pressefestes und alle seine Fans und Besucher_innen.

Sehr geehrte Damen und Herren,

bereits zum 17. Mal findet das UZ-Pressefest im Revierpark Wischlingen in Dortmund statt. Mit Erstaunen stellten wir fest, dass unter den als „Highlights“[i] deklarierten Künstler_innen des DKP-Volksfestes auch die HipHop-Combo „Die Bandbreite“ angekündigt wird. Im Zeitrahmen vom 24.-26. Juni 2011 soll damit in Dortmund einer Band eine öffentliche Plattform gegeben werden, deren Texte von sexistischen, antisemitischen und NS-relativierenden Inhalten geprägt sind. Die Duisburger Band um den Sänger Marcel Wojnarowicz, genannt Wojna, und den DJ Torben Pape, genannt DJ Torben, fallen aber nicht nur durch ihre rechtsgerichteten und antiaufklärerischen Songtexte auf, sondern auch durch ihre Teilnahme und Unterstützung rechtsoffener bis eindeutig nationalistischer Veranstaltungen und Konferenzen. An verschiedenen Stellen sind diese Kritikpunkte, die wir im Folgenden noch näher erläutern wollen, bereits zur Diskussion gestellt worden. Allerdings richten sich bisherige Berichte zwar an die Öffentlichkeit, jedoch unseres Wissens nach nicht direkt an die Veranstalter_innen. Deshalb möchten wir mit diesem Brief die Organisator_innen des UZ-Pressefestes dazu aufzufordern, der Band „Die Bandbreite“ eine politische und programmatische Absage zu erteilen.

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Demonstration nach Naziangriff in Wuppertal

Heute Nachmittag griffen die Neonazis Tim Schulze-Oben und Marie Leder zwei vermeintliche Antifaschist_inn_en mit einem Messer an und versuchten diese damit zu verletzen. Deshalb findet am heutigen Freitag um 18:30h eine Demonstration in Wuppertal, Hauptbahnhof-Schwebebahnstation, statt. Bringt Transpis & Fahnen mit!

Alle Infos und einen Aufruf findet ihr beim Antifa Infoportal Wuppertal

Zehn Neonazis greifen Frauen in U-Bahn an

Update: Die mutmaßliche Täterin hat sich mitlerweile der Polizei gestellt.

Diese Neonazistin war am rechten
Übergriff in der U44 beteiligt.

Wie erst jetzt bekannt wurde, kam es am vergangenen Samstagabend zu einem erst verbalen, dann körperlichen Übergriff einer zehnköpfigen Gruppe Neonazis auf drei Frauen. Als gegen 20.30 Uhr zehn Neonazis in die U44 von Dorstfeld Richtung Innenstadt an der Haltestelle Wittener Straße einstiegen, beleidigten sie zunächst zwei – in der Presse als „dunkelhäutige“ beschriebene – Frauen. Als sich eine weitere Frau couragiert einmischt, wurde sie durch eine Neonazi-Frau gegen ein Fenster gedrückt. Als die TäterInnen die U-Bahn an der Haltestelle Ofenstraße (also direkt am Nazi-Zentrum) verließen, kam der Kinderwagen einer Geschädigten mit Kind (ein Jahr alt) zu Fall.

Der Dortmunder Staatsschutz habe inzwischen mehrere tatverdächtige Männer identifiziert. Sie sollen einschlägig bekannt und der rechten Szene aus Dortmund angehören. Nach der weiblichen Täterin, die die helfend eingreifende Frau gegen die Scheibe drückte, fahndet die Polizei allerdings immer noch.

Pressespiegel:
15.06.11 – Übergriff in der Straßenbahn (Polizeipresse)
15.06.11 – Rechtsradikale greifen Fahrgäste an (RN)
15.06.11 – Zehn Nazis greifen zwei Frauen in der U-Bahn an (WAZ)

Naziangriff auf die Hirsch-Q: Auswertung des Überwachungsvideos

Auswertungspapier des Dortmunder Antifa-Bündnisses
Ein halbes Jahr nach dem Überfall rechter Skinheads auf die Kneipe Hirsch-Q veröffentlicht das Dortmunder Antifa-Bündnis mit diesem Text eine ausführliche Auswertung eines Überwachungsvideos.

Warum erst jetzt? Im Grunde sehen wir es nicht als unsere Aufgabe an, kriminalistische Analysen von Beweismitteln zu erstellen. Die absehbare Verschleppung des Verfahrens durch die zuständige Staatsanwaltschaft aber lässt uns befürchten, dass die Tat einmal mehr von den Ermittlungsbehörden unter den Tisch gekehrt wird. Wir wollen klar machen, dass es durchaus Beweise gibt, dass die Polizei längst hätte ermitteln können, wer vor Ort war, als beinahe ein Mensch erstochen wurde.

In diesem Sinne findet sich im Folgenden eine ausführliche Beschreibung des Ablaufs des Angriffs, eine Aufschlüsselung der einzelnen Teilnehmer_innen und ihrer konkreten Taten sowie eine Einordnung des Geschehens in die Historie von Naziangriffen und eine Kommentierung des Versagens der Ermittlungsbehörden.
Auswertungspapier des Dortmunder Antifa-Bündnisses:
http://antifaunion.blogsport.de/images/DABAuswertungspapierzumHirschQAngriffimDezember2010.pdf

Überarbeitetes Überwachungsvideo:

Pressespiegel:
15.06.11 – Antifa veröffentlicht Überwachungsvideo (SPON)
15.06.11 – Antifa zeigt Video vom Überfall auf Hirsch-Q (WAZ)
14.06.11 – Kritik an Ermittlungsbehörden nach Nazi-Angriff auf Szenekneipe Hirsch-Q (WAZ)
14.06.11 – DO: Neues Video zum „HirschQ“-Überfall (NRW rechtsaußen)
13.06.11 – Ausgewertetes Video eines Nazi-Angriffs auf Dortmunder Szene-Kneipe setzt Staatsanwaltschaft unter Druck (Ruhrbarone)

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Informationsveranstaltung zur Demonstration gegen die IMK

Am 22. Juni findet in Frankfurt am Main die Innenministerkonferenz (IMK) 2011 statt, an der die Innenminister aller Bundesländer teilnehmen. Dagegen ruft u.a. das …umsGanze!-Bündnis auf. Denn die IMK ist eine zentrale Institution, um festzulegen wie und zu welchen Bedingungen die „Integration“ in das „Team Deutschland“ bewerkstelligt werden kann. Integration bedeutet dabei: Wer in den Genuss sozialer und bürgerlicher Rechte kommen will, muss dem Staat auf die eine oder andere Art und Weise seine Nützlichkeit unter Beweis stellen.
Die Aufdringlichkeit dieses Angebotes zeigt ein Blick auf die Flüchtlinge im Mittelmeer: Es gibt etwas schlimmeres, als die Forderung nach der Einpassung ins nationale Kollektiv: Nämlich diese Aufgabe gar erst nicht gestellt zu bekommen. Hier bereits wird deutlich, dass Integration und Ausgrenzung zwei Seiten der gleichen Medaille sind. Deswegen ist klar: Integration ist eine vergiftete Einladung, die wir gerne ausschlagen.

Das Dortmunder Antifa-Bündnis lädt daher in Zusammenarbeit mit der Kommunistischen Gruppe Bochum zu einer Informationsveranstaltung zur Demo. Bei der Veranstaltung wird ein Referent des …umsGanze!-Bündnisses über den Stand und die Hintergründe des Protestes gegen die Innenministerkonferenz berichten.

Datum: 14. Juni 2011, 19:30 Uhr
Ort: Langer August, Braunschweiger Straße 22, 44145 Dortmund

Vortrag: Neonazis in Dortmund

In unserer Veranstaltungsreihe „Was geht mich das an?!“ wird es beim nächsten Vortrag am 21. Juni um die Dortmunder Neonaziszene gehen.

In Dortmund hat sich in den letzten Jahren eine extrem gewaltbereite und aktionistische Neonaziszene entwickelt, die ihr Hauptaugenmerk darin sieht, vermeintliche und tatsächliche politische Gegner_innen zu bekämpfen. Deswegen prägen regelmäßige Anschläge auf alternative Cafés und Wohnprojekte und linke Parteibüros das Szenario der Nazibedrohung in Dortmund. Erst im Dezember letzten Jahres überfiel eine Gruppe Neonazis die Kneipe Hirsch-Q und verletzte dabei mehrere Gäste mit Hieb- und Stichwaffen. Immer wieder verteilen Nazis in der Innenstadt oder vor Schulen Flugblätter und führen zahlreiche Aufmärsche und Kundgebungen durch. Der von Dortmunder Neonazis organisierte Aufmarsch zum Antikriegstag lockt jedes Jahr Anfang September knapp 1.000 Neonazis in Die Ruhrstadt.
Der Vortrag soll eine Bestandsaufnahme über die bestehenden Strukturen der militanten Neonaziszene in Dortmund liefern und über deren Akteur_innen, Strukturen und Entwicklungen informieren.

Die Veranstaltung beginnt um 19:30 im Taranta Babu Neben dem Vortrag wird es auch diesmal wieder veganes Essen, Getränke und Infomaterial geben.

Terminhinweis: Iran 1979: Ein Militanter berichtet

(via Freundeskreis Autonomie)
Die revolutionäre Bewegung im Iran 79 und die daraus entstandene islamistische Diktatur sind Ereignisse von welthistorischer Bedeutung. In den 70ern bezog sich die Linke weltweit und besonders in Deutschland sehr positiv auf die Ereignisse, besonders auf die religiösen Reformer. Nach dem Schock des Sieges Khomeinis und dem Iran-Irak Krieg sahen es die Meisten als eine Revolution, die ein Land ins Mittelalter zurückversetzte. Gerade in der Diskussion der aktuellen Bewegungen in Nordafrika wird eine islamistische Diktatur nach dem Vorbild des Iran als einer der möglichen Ausgänge gesehen. Für uns ist das Anlass genug, sich mit den Ereignissen im Iran 79 zu beschäftigen und einen Zeitzeugen erzählen zu lassen. Danach wollen wir mit euch über diese historische Erfahrung diskutieren.

Freitag, den 20.5 um 19:00 Uhr, Taranta Babu (Humboldtstr. 44), Dortmund