Archiv für April 2011

kommende Termine

Die nächsten Termine:

Essen: NPD Zentrale dichtmachen

Heinsberg: Für das Leben – Ohne Rassismus, Antisemitismus und KAL!

Für das Leben - Ohne Rassismus, Antisemitismus und KAL!

Hamm: Gemeinsam demonstrieren gegen Rassismus und soziale Ausgrenzung – Solidarität muss praktisch werden

Her mit dem schönen Leben – Euromayday 2011

Am 1. Mai werden überall Menschen auf die Straße gehen, um sich Fragen zu Arbeits- und Lebensverhältnissen zu stellen. Wir finden, dass auch in Dortmund noch einige Fragen zu klären sind:

Wie geht es weiter mit den Sexarbeiter_innen und dem so genannten Arbeiterstrich?

Reagieren Gewerkschaften auf die neue Freizügigkeitsregelung mit grenzüberschreitender Solidarität oder innergewerkschaftlichem Rassismus?

Wie kann eine Solidarität mit dem Arbeiterstrich aussehen? Wann reden die Betroffenen selbst, anstatt dass über Sie geredet wird?

Können wir in der EU vom erweiterten Binnenmarkt profitieren, ohne uns um die sozialen Probleme zu kümmern? Wie stehen wir zur europaweiten Pogromstimmung gegen Roma?

Wie viel Nazi steckt in der Dortmunder Stadtpolitik? Die Hetze vom “eisernen Besen” und “Sammelbecken [..] für … menschenverachtende Lebensformen von Randexistenzen” kommt uns nur allzu bekannt vor.

Wenn ihr unsere Antworten hören wollt oder selber Antworten formulieren wollt, kommt am 1. Mai zur Euromayday-Parade nach Dortmund. Los geht’s um 14:00 auf dem Nordmarkt.

Kommt zum Antifa-Block: Bunt ist (k)eine Frage der Kleidung!
Antifa-Blog: dab.nadir.org
Programm & Lineup: klick

Nazizentrum angemalt

Nazizentrum angemalt

Wie bei Indymedia Linksunten zu lesen ist, wurde heute Nacht das Nazizentrum in der Rheinischen Straße rot angemalt.

Das war Stolberg

Das war Stolberg

Berichte über den Naziaufmarsch und die Gegenaktivitäten in Stolberg (Rhld.)

Bericht bei Indymedia
Photos bei Indymedia
Bericht bei NPD-BLOG.INFO
Bericht bei Blick nach Rechts

Here we go… again!

Für das zweite Quartal des Jahres haben wir uns für die antifaschistische Vortragsreihe “WAS GEHT MICH DAS AN!?” folgende Themen ausgesucht, welche euch weiterhin an jedem dritten Dienstag im Monat im Kulturcafé Taranta-Babu präsentiert werden.
Nachdem es im ersten Quartal um Antiziganismus, die Extremismustheorie und die Arbeit der Roten Hilfe ging, wird es am Dienstag, dem 19.04., mit dem Thema “(Anti)Sexismus – Eine Einführung in verschiedene Denkrichtungen” weitergehen.
In den folgenden zwei Monaten wird ein Vortrag das Thema “Kapitalismuskritik – Kleine Einführung in die Kritik der politischen Ökonomie” und der andere das Thema “Nazis in Dortmund – Akteur_innen und Hintergründe” haben.
Mit den Veranstaltungen wollen wir interessierten Menschen eine Möglichkeit geben, sich mit gesellschaftskritischen Themen auseinanderzusetzen und in einer netten Atmosphäre zu diskutieren und sich auszutauschen. Wir möchten eine Plattform schaffen, in der die (radikale) Linke eine Debatte über aktuelle politische Themen führen kann.
Kommt vorbei, diskutiert mit.

Termine:

Dienstag, 19.04., 19:30 Uhr, Kulturcafé Taranta-Babu
(Anti)Sexismus – Eine Einführung in verschiedene Denkrichtungen

Dienstag, 17.05., 19:30 Uhr, Kulturcafé Taranta-Babu
Kapitalismuskritik – Kleine Einführung in die Kritik der politischen Ökonomie

Dienstag, 21.06., 19:30 Uhr, Kulturcafé Taranta-Babu
Nazis in Dortmund – Akteur_innen und Hintergründ

Demo in Gedenken an Thomas „Schmuddel“ Schulz

Am Samstag, dem 2. April, veranstaltete das Dortmunder Antifa-Bündnis eine Demonstration gegen rechte Gewalt. Bis zu 700 Antifaschistinnen und Antifaschisten zogen durch die Dortmunder Innenstadt und den Norden, um an den von einem Neonazi ermordeten Punker Thomas “Schmuddel” Schulz zu erinnern.

Thomas wurde am 28.03.2005 in der U-Bahn-Station Kampstraße von dem damals 17-jährigen Neonazi Sven Kahlin erstochen, weil er dessen rechte Sprüche nicht unkommentiert stehen ließ. Jährlich veranstalten Antifaschist_innen in Dortmund seitdem Demonstrationen und Kundgebungen, um an diesen Mord und die zahlreichen Opfer rechter Gewalt zu erinnern. Bereits am 28.03.2011 gedachten 150 Antifaschist_innen dem Mord an Thomas Schulz am Tatort, der U-Bahnstation Kampstraße.

Die Demonstration begann am Dortmunder Hauptbahnhof und zog, nachdem der Aufruf verlesen wurde, zunächst lautstark in die Nordstadt. Auf der ersten Zwischenkundgebung an der Schützenstraße wurde die aktuelle rassistische Hetze gegen viele Bewohner_innen der Nordstadt kritisiert und auf die Folgen der Schließung des Straßenstrichs in der Ravensberger Straße eingegangen.

Auf dem Weg in Richtung Münsterstraße wurde der Demonstrationszug auf besondere Weise begrüßt: Auf dem Dach eines Gebäudes entrollten einige Antifaschist_innen ein Banner mit der Aufschrift “Nazis jagen, Bullen stressen – KEIN VERGEBEN, KEIN VERGESSEN”, zündeten Bengalos und Feuerwerkskörper an und schwenkten Antifa-Fahnen.

Weiter ging es in die Innenstadt, wo vor der Kneipe “Hirsch-Q” eine weitere Zwischenkundgebung stattfand. Die in der Brückstraße gelegene Kneipe war zuletzt im Dezember von Neonazis angegriffen worden. Die der so genannten Skinhead Front Dortmund-Dorstfeld zuzuordnenden Täter_innen traktierten einen am Boden liegenden Besucher der Kneipe mit Tritten und stachen mit einem Messer auf einen Gast ein. Beteiligt an diesem Überfall war auch Sven Kahlin, der Mörder von Thomas Schulz. Kahlin, der Ende 2010, zwei Jahre vor dem Ende der usprünglich verhängten Haftstraße, entlassen wurde, ist weiterhin in der Dortmunder Neonazi-Szene aktiv. Unter anderem trat er auf Kundgebungen als Redner auf, und zeigte sich dort mit einem T-Shirt auf dem der Satz “Was sollten wir bereuen?” zu lesen war. Ein weiterer Redebeitrag thematisierte die staatliche Extremismustheorie, die die Gleichsetzung von linker Gesellschaftskritik und autonomer Politik mit nationalsozialistischer Ideologie und Praxis betreibt. Gerade auch im Zuge des Überfalls auf die Hirsch-Q dient diese Argumentation dazu, den Überfall als “Schlägerei zwischen rechts und links” zu verklären und den Betroffenen eine Mitschuld anzudichten.

Anschließend ging der Demonstrationszug über den Wall und die belebte Kampstraße und endete schließlich nach knapp drei Stunden an der gleichnamigen U-Bahn-Station. Hier, am Tatort, wurde in einer Schweigeminute den Opfern rechter Gewalt gedacht. Ein weiterer Redebeitrag problematisierte die fehlende Hilfe für Opfer rechter Gewalt in Dortmund.

Die Polizei begleitete die Demonstration mit zahlreichen bewaffneten Einsatzkräften. Bereits im Vorfeld hatte es repressive Auflagen in Bezug auf Ordner_innen, Transparente und Auftreten der Versammlungsteilnehmer_innen gegeben, um die Demonstrant_innen einzuschüchtern und ein selbstgewähltes Auftreten zu verhindern. Wir als Veranstalterinnen finden es eine Frechheit, dass sich die Dortmunder Polizeiführung hier wie auch schon bei der Kundgebung am 28.3. versucht in die Durchführung und inhaltliche Gestaltung unserer Veranstaltungen einzumischen.

Die Dortmunder Nazis nutzten den Tag um in Lütgendortmund ihre rassistische Hetze gegen das kürzlich dorthin gezogene Asylbewerber_innenheim zu verbreiten. Einige Antifaschist_innen protestierten mit einem Transparent in der Nähe des neuen Heimes gegen die Nazis und auch gegen rassistische Äußerungen der Anwohner_innen.

Wir freuen uns das erneut hunderte Menschen zum Gedenken an den rechten Mord zusammengekommen sind, und bedanken und bei allen die uns unterstützt haben. Bei aller Freude zeigt der Tag aber auch, das in Dortmund noch viel zu tun ist. Wir bleiben am Ball.

Für Fragen, Anregungen und Kritik zur diesjährigen Gedenkdemo, aber auch zu unserer Arbeit im Allgemeinen, sind wir immer offen. Schreibt uns dazu – nach Möglichkeit verschlüsselt – eine E-Mail.