Archiv für März 2011

Gedenktafeln für Thomas “Schmuddel” Schulz


In den vergangenen Tagen wurden an der U-Bahnstation Kampstraße mehrere Gedenktafeln angebracht, die an die Ermordung des Punks „Schmuddel“ vor sechs Jahren auf einer unteren Ebene der Station Kampstraße erinnern. Er wurde von dem damals 17-jährigen Neonazi Sven Kahlin erstochen. Die Tafeln tragen folgende Aufschrift:

In Gedenken an Thomas „Schmuddel“ Schulz.
† 28.03.2005
Ermordet von einem Neo-Nazi!
Siempre Antifascista!

Ein Jahr nach der Tat, also bereits vor fünf Jahren, wurde das Anbringen einer Gedenktafel von der Bezirksvertretung Innenstadt-West beschlossen. Die Initiative ging damals von Antifaschist_innen und Bürger_innen aus und wurde gegen die Befürchtungen der CDU- Fraktion in der Bezirksvertretung durchgesetzt. Die geplante Gedenktafel soll die Aufschrift „In dieser U-Bahn-Haltestelle wurde am 28.3.2005 der Punk Thomas Schulz von einem Neo-Nazi erstochen.“ tragen. Allerdings möchte die Stadt Dortmund die Anbringung auf einen Zeitpunkt nach dem Umbau der Kampstraße zum „Boulevard Kampstraße“ hinauszögern. Das würde bedeuten, dass es am Ort des Geschehens bis circa 2016/17 keine dauerhafte Gedenktafel an den Mord geben würde.

Einige Antifaschist_innen wollten sich damit sechs Jahre nach der Tat wohl nicht mehr länger zufrieden geben und nahmen die Installation der Gedenktafeln selbst in die Hand. Damit wollen sie offenbar der Forderung nach einer dauerhaft installierten Gedenktafel erneut Nachdruck verleihen.

Wir begrüßen diese Aktion und sehen es als Notwendigkeit an, dass möglichst schnell eine fest installierte Gedenktafel in der U-Bahnstation Kampstraße angebracht wird, um tagtäglich und dauerhaft an die Ermordung von Thomas „Schmuddel“ Schulz zu erinnern.

Kundgebung in Gedenken an Thomas Schulz


Etwa 150 Antifaschist_innen gedachten gestern am U-Bahnhof Kampstraße Thomas “Schmuddel” Schulz. Der Punker war am 28.03.2005 von Sven Kahlin – einem Dortmunder Neonazi – an der Haltestelle in der Dortmunder Innenstadt erstochen worden.

In Redebeiträgen wurde sowohl an die Tat erinnert, als auch über aktuelle neonazistische Gewalttaten berichtet. Besonders hervor sticht dabei der letzte Angriff auf die Kneipe Hirsch-Q im Dezember des vergangenen Jahres, an dem sich auch der zwischenzeitlich aus der Haft entlassene Mörder von Thomas Schulz beteiligte.

Ein weiteres Thema war die Forderung nach einer unabhängigen Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalt. Zahlreiche Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit zeigen, dass die Dortmunder Polizei und die offiziellen Stellen mit der Betreuung von Menschen, die dem Terror der Dortmunder Neonazis ausgesetzt sind, nicht nur überfordert sind, sondern auch die strukturellen Voraussetzungen dafür – zum Beispiel eine aufsuchende und lebensweltorienterte Beratung – gar nicht gewährleistet sind.

Nach einer Schweigeminute für den ermordeten Punker spielten die Bands How 2 Start aus Dortmund und Leerstelle aus Lünen, während sich die Kundgebungsteilnehmer_innen an der Vokü stärkten. Leider schränkten die polizeilichen Auflagen die Bands stark ein. So wurde verlangt dass maximal fünfzehn Minuten am Stück Musik gespielt werden dürfe und die Livemusik höchstens 40% der Zeit der Kundgebung ausmachen dürfe. Trotz dieser Schikanen konnte die Polizei den erfolgreichen Kundgebungsverlauf nicht beeinträchtigen, da sich aufgrund der zentralen Lage und des Rahmenprogramm auch immer wieder zahlreiche Passant_innen an der Kundgebung beteiligten und den Redebeitragen folgten.

Gegen 20:30 Uhr wurde die Kundgebung mit dem Aufruf, am Samstag um 16:00 Uhr zur antifaschistischen Demonstration in Gedenken an Thomas Schulz zu kommen, beendet.

Weitere Bilder gibt es unter dem bei indymedia veröffentlichten Bericht.

„Schmuddel“-Gedenkkundgebung am 28.03.


Morgen findet ab 18.30 Uhr die Gedenkkundgebung zum Jahrestag der Ermordung von Thomas “Schmuddel” Schulz statt. Auf einer unteren Ebene der U-Bahnstation Kampstraße wurde der Punker “Schmuddel” vor genau sechs Jahren von dem Neonazi Sven Kahlin erstochen. An demselben Ort wollen wir an den Nazi-Mord erinnern und seinem Opfer gedenken. Auf der Kundgebung wird in Redebeiträgen u. a. erläutert, warum es wichtig ist, diesem Mord und allen anderen rechten Gewalttaten nicht zu vergessen. Ferner werdet ihr über den aktuellen Stand der Planungen zur Gedenkdemonstration des Dortmunder Antifa-Bündnisses am nächsten Samstag, dem 02.04., um 16 Uhr am Dortmunder Hauptbahnhof informiert. Im Anschluss sorgen die beiden Bands How 2 Start (Hardcore) und Leerstelle (deutschsprachiger Punk) für ein angemessenes Rahmenprogramm.

Es wird eine gemeinsame Anreise aus dem westlichen Ruhrgebiet geben. Mit dem RE1 könnt ihr so zusammen mit anderen Antifaschist_innen zur Kundgebung nach Dortmund fahren. Die entsprechenden Abfahrtszeiten des RE1 lauten wie folgt:

Duisburg 17:38 Uhr Gleis 12
Mülheim 17:44 Uhr Gleis 1
Essen 17:53 Uhr Gleis 6
Bochum 18:05 Uhr Gleis 5
Dortmund 18:15 Uhr Gleis 8

Mobi-Graffiti für “Schmuddel”-Gedenkdemo


Offenbar haben einige Sympathisant_innen in Bochum ein Graffiti für die anstehende Thomas-Schulz-Gendenkdemo gemalt. Das Dortmunder Antifa-Bündnis erhielt per Mail einen Hinweis und konnte das Kunstwerk daraufhin abfotografieren. Das Bild zeigt neben einem Aufruf zur Gedenkdemo einen Charakter, welcher eine Fahne mit den Buchstaben “AFA” hält, ein Akronym für “Antifaschistische Aktion”. Daneben lässt sich der Schriftzug “Siempre” erkennen, womit offensichtlich zum einen auf die Notwendigkeit antifaschistischer Arbeit hingewiesen und sich zum anderen solidarisch mit der Arbeit der Kampagne “siempre antifascista” erklärt werden soll.

Bereits im letzten Jahr erstellten Sympathisant_innen ein Graffiti, das zur Beteiligung an unserer Gedenkdemo aufrief.

Kundgebung in Unna gegen Ausgrenzung und Diskriminierung


22. März 2011 │ 11:00 Uhr │ Rathausplatz │ Unna
Entmündigung, keine Privatsphäre und unzureichende medizinische Versorgung. Wer vor Verfolgung, Krieg oder einem aus anderen Gründen nicht lebenswerten Leben aus ihrem/seinem Herkunftsland geflohen ist, muss hier unter solchen Bedingungen leben. Aber die Einforderung besserer Lebensverhältnisse kennt keine Grenzen und sie ist legitim. Deshalb rufen wir zu einer Kundgebung auf, um gemeinsam ein Ende dieser Situation im Kreis Unna zu fordern:

  • Abschaffung der Gutscheine
    Flüchtlinge erhalten teilweise Gutscheine statt Bargeld. Wer die Gutscheine nicht an dem entsprechenden Wochentag vom Sozialamt abholen kann, weil sie/er beispielsweise krank ist, steht für Tage vor dem Nichts. Der Zwang, mit Gutscheinen einzukaufen, ist diskriminierend, und es ist aufgrund der begrenzten Einkaufsalternativen unmöglich, damit wirklich günstig einzukaufen. Und das bei Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, die unter dem Hartz-IV-Satz liegen!
  • Arbeitserlaubnisse für Alle
    Sogar Flüchtlingen, die seit Jahren hier sind und selbst eine Arbeitsstelle gefunden haben, wird eine Arbeitserlaubnis verweigert. Stattdessen wird von ihnen eine Unterschrift verlangt, dass sie sich keine „Schwarzarbeit“ suchen. Die Menschen wollen nicht länger von Gutscheinen, Leistungen nach Asylbewerberleistungsgesetz oder Ähnlichem abhängig sein, sie wollen die Möglichkeit haben, hier zu leben und zu arbeiten wie andere auch!
  • Unterbringung in Wohnungen
    In Kamen müssen Menschen Jahre, manchmal Jahrzehnte, im Flüchtlingsheim verbringen. Da sie sich das Zimmer mit anderen teilen müssen, haben sie jahrelang keine Privatsphäre. Besucher_innen müssen spätestens um 22 Uhr das Heim wieder verlassen haben. Andere Kommunen ermöglichen anderes: Zum Beispiel können sich in der Stadt Leverkusen Flüchtlinge sofort eine Mietwohnung suchen. Dadurch konnte Leverkusen noch Zehntausende von Euro einsparen, da diese Form der Unterbringung billiger war. Dies macht einmal mehr deutlich, dass die Lagerunterbringung von Flüchtlingen lediglich der Ausgrenzung und Isolierung dient.
  • Verbesserung der medizinischen Versorgung
    Krankenscheine werden erst nach Vereinbarung eines Arzttermins vom Sozialamt ausgegeben – akute Erkrankungen sind offenbar nicht vorgesehen. An anderen Orten werden Krankenscheine im Voraus pro Quartal ausgegeben! Ist ein Facharztbesuch notwendig, so reicht eine ärztliche Überweisung nicht aus: Die/der Betroffene muss zuerst zum Gesundheitsamt. Dadurch wird die Behandlung wochenlang hinausgezögert, falls sie überhaupt genehmigt wird. Dieser Zustand ist besonders für Familien unhaltbar, deren Kinder gesundheitliche Probleme haben!
  • Längerfristige Erteilung von Duldungen
    Obwohl viele der Flüchtlinge bereits Jahre hier sind, werden sie häufig nur „geduldet“. Um die „Duldung“ – eine Art Ausweispapier – zu verlängern, müssen die Flüchtlinge aus den verschiedenen Heimen im Kreis nach Unna zum Ausländeramt fahren, manchmal sogar alle zwei Wochen. Das ist schikanös, aufwändig und teuer, und mit Gutscheinen lässt sich im öffentlichen Nahverkehr nicht bezahlen.
  • Schluss mit den Schikanen durch das Sozial- und Ausländeramt
    Schluss mit den Verdächtigungen, dem anmaßenden Umgang und unzureichender Information!

Zwar ist das Asylbewerberleistungsgesetz die gesetzliche Grundlage für viele der diskriminierenden Lebensbedingungen, gegen die sich Flüchtlinge an verschiedenen Orten wehren, aber die Kommunen in Nordrhein-Westfalen haben große Spielräume. Allerdings müssen Asylbewerber_innen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz mit noch weniger auskommen als dem Hartz-IV-Satz, der ohnehin kaum zum Leben reicht. Das Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen kam im Juli letzten Jahres zu dem Schluss, dass die Leistungsgewährung nach dem Asylbewerberleistungsgesetz verfassungswidrig sei, da die Leistungen „evident unzureichend“ seien, um „ein menschenwürdiges Existenzminimum sicherzustellen“. Im Laufe der nächsten Monate wird das Gesetz im Bundestag zur Debatte stehen. Am 22. März 2011 findet daher ein bundesweiter Aktionstag gegen das Asylbewerberleistungsgesetz statt. Dieses Gesetz muss abgeschafft werden. Daher fordern wir die politisch Verantwortlichen ebenfalls auf, sich öffentlich für die Abschaffung einzusetzen.

Es rufen auf: Bewohner_innen des Flüchtlingsheims Kamen, Antifa UNited, Transnationales Aktionsbündnis, DIE LINKE Kamen-Bergkamen-Bönen, Soziales Zentrum Bochum

Weitere Informationen zu der Kampagne ABOLISH – Diskriminierende Gesetze abschaffen!

Thomas Schulz Gedenken


Aktionen in Gedenken an Thomas „Schmuddel“ Schulz, am 28. März 2005 von einem Dortmunder Nazis erstochen.
Kundgebung: 28.3.2011 | 18:30 | U-Bahnhaltestelle Kampstraße
Demonstration: 2.4.2011 | 16:00 | Dortmund Hauptbahnhof

Demo gegen Polizeigewalt


Flics, Porcs, Assasin!
Das DAB unterstützt die Demo der Antifajugend Dortmund gegen Polizeigewalt.
19.3. | 16:00 | Do HBF

Was geht mich das an? Rote Hilfe



Was ist die Rote Hilfe? – Vortrag im Taranta Babu, 15. März 2011, 19:30 Uhr.

Weder Freund, noch Helferin – Feuer und Flamme der Repression!


Mobiseite der Antifajugend
Aufruf des Dortmunder Antifa-Bündnis (DAB):
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Veranstaltung am 15. März: Solidarität als Waffe – Die Arbeit der Roten Hilfe e.V.

Nach nun zwei mehr als gut besuchten Veranstaltungen zu antifaschistischen Themen, ist es am Dienstag den 15.03.11 wieder so weit. Passend zum internationalen Tag gegen Polizeigewalt, geht es in die dritte Runde. Das Dortmunder Antifa-Bündnis (DAB) lädt um 19:30 zum Vortrag „Solidarität als Waffe – Die Arbeit des Rote Hilfe e.V.“ ins Kulturcafe Taranta Babu.
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