Archiv für April 2010

Naziaufmarsch am 30. April

Am morgigen 30. April planen Nazis in Dortmund aufzumarschieren. Unter dem Motto “Arbeitsplätze und gerechte Löhne für alle Deutschen” wollen sie vom Hauptbahnhof bis nach Dorstfeld ziehen.

Dieser Aufmarsch ist der Versuch der Nazis, sich im Rahmen des 1. Mai ins Gespräch zu bringen. Nachdem sie im letzten Jahr durch ihren Angriff auf die Demonstration des DGB für Aufregung gesorgt haben, steht der 1. Mai 2010 bisher vor allem im Zeichen des Euromayday und anderer linker Veranstaltungen.

Seit einigen Jahren veranstalten Nazis am 1. Mai Demonstrationen auf denen sie soziale Forderungen für Deutsche aufstellen. Wohlgemerkt: nur für solche die ihnen als Deutsche gelten. Wer ihren Rasse- und Kulturkreisdefinitionen nicht entsprechen kann oder will ist bei diesen Forderungen nach „Arbeitsplätzen und gerechtem Lohn“ ausgeschlossen.

Allerdings: selbst die Leute denen die Nazis ihre Forderungen angedeihen lassen wollen sollten sich vorsehen. Die Nazis sind sich in einem mit der bürgerlichen Gesellschaft einig: Lohnarbeit muss sein. Wir möchten dieser Ideologie von Arbeit für Wachstum und Vaterland unsere Kritik entgegensetzen und verweisen auf den bunten Block der Kampagne „Für Deutschland keinen Finger krumm“ beim Euromayday.

Das Bündnis „Dortmund stellt sich quer“ hat für 17:00 eine Demonstration angemeldet. Haltet euch in der Nähe des Bahnhofs aus entscheidet nach Situation wie ihr am besten gegen den Naziaufmarsch aktiv werdet.

Contra geben!

Contra geben!

Am 4. Mai will die rassistische Partei „Pro NRW“ in Dortmund und mehreren anderen Städten Wahlkampfkundgebungen abhalten. Wir rufen im Bündnis mit anderen Antifa-Gruppen zu Gegenprotesten auf:

Veranstaltung am 21. April

21. April | 20:00 | Langer August | Braunschweiger Straße 22

Veranstaltung zur Kritik der Lohnarbeit im Rahmen der Kampagne „Für Deutschland keinen Finger krumm!“ mit Infos zum Euromayday

All Colours are beautiful!

Die sozialrevolutionäre Kampagne „Für Deutschland keinen Finger krumm!“ ruft zum antikapitalistischen und arbeitskritischen bunten und weltoffenen Block beim Euromayday auf. Mit einem eigenen Lautsprecherwagen, Transparenten und anderem, möchten wir „kreative“ Beiträge in die „Parade“ tragen.

Der Euromayday, bisher als neue Form der Mai-Demonstration aus Städten wie Hamburg oder Berlin bekannt, wird in diesem Jahr erstmalig auch in Dortmund stattfinden. In Form einer Parade wird die Demonstration durch die Dortmunder Nordstadt führen und die Prekarisierung von Arbeits- und Lebensverhältnissen kritisieren.

Die Kampagne möchte dort intervenieren wo es Risse in der Fassade der kapitalistischen Warenproduktion gibt. Ziel ist es die Widersprüche aufzuzeigen in denen sich lohnabhängige Menschen befinden, etwa die Hoffnung auf Besserung der eigenen Lage durch einen Staat, der durch seine Politik gerade die Verhältnisse aufrecht erhält, die Lohnabhängige tagtäglich schädigen. Der bunte Block beim Euromayday soll eine dieser Interventionen sein.

Bereits im Vorfeld gibt es die Möglichkeit sich über die Positionen der Kampagne „Für Deutschland keinen Finger krumm!“ zu Informieren. Am 21. April findet um 20:00 im Langen August, Braunschweiger Straße 22 in Dortmund ein Vortrag zur Kritik der Lohnarbeit statt. Ein Referent des Antifa AK Köln stellt die Kampagne vor, außerdem wird es Informationen zum Euromayday und weiteren Aktionen rund um den ersten Mai geben.

Aber nicht nur als traditioneller Anlass für Demonstrationen gegen Ausbeutung und für bessere Verhältnisse ist der 1. Mai in Dortmund relevant. Nach dem Angriff von mehreren hundert Neonazis auf die Demonstration des DGB im letzten Jahr soll der Euromayday auch ein Zeichen gegen Nazis setzen. Wir wollen mit der Parade auf die erfolgreichen antifaschistischen Demonstrationen im September und April aufbauen und auch ein Zeichen gegen die Dortmunder Naziszene setzen.

Euromayday in Dortmund

Seit einigen Jahren finden in europäischen Großstäden am 1. Mai sogenannte Euromayday-Paraden statt. Hamburg, Bremen, Berlin, Mailand, Lissabon, Zürich und etliche weiter Städte waren im letzten Jahr Schauplatz des Euromayday. 2010 wird nun erstmal eine der Tanzparaden zum 1. Mai in Dortmund stattfinden.

Der Euromayday setzt sich zum Ziel, eine Plattform für alle von prekären Lebens- und Arbeitsverhältnissen betroffenen zu schaffen und möglichst viele Menschen aus allen politischen und „sozialen“ Bereichen eine Möglichkeit zu geben ihre Kritik in einer anderen Demonstrationsform zu äußern.

Kommt am 1. Mai nach Dortmund zum Euromayday!
Treffpunkt: 15.00 Uhr, Hauptbahnhof Nordausgang.
Anschließend Straßenparty am Nordmarkt.

Gedenkdemo und Freiraumparty

Wie schon in den Vorjahren fand am letzten Wochenende die Thomas Schulz-Gedenkdemonstration statt. In Gedenken an den Nazi-Mord sollte auch in diesem Jahr mit dem Motto “Linke Freiräume erkämpfen” auf die Notwendigkeit antifaschistischer Stadtpolitik aufmerksam gemacht werden. Rund 400 Antifaschist_innen folgten dem Aufruf der Antifaschistischen Union Dortmund.

Gegen 16.15 Uhr setzte sich die Demonstration in Bewegung, wurde allerdings nach wenigen Metern von der Polizei aufgehalten. Als Grund dafür wurden “Verstöße gegen das Vermummungsverbot” genannt. Während der schikanösen Maßnahme ließ es sich die Polizei nicht nehmen, die Demonstrationsteilnehmer_innen gründlich abzufilmen. Nach dem Zwischenhalt konnte der Weg bis zur Steinwache fortgesetzt werden, an der die erste Zwischenkundgebung stattfand. Ein besonderes Highlight erwartete die antifaschistischen Demonstrant_innen an der Ecke Mallingkrodtstraße/Schützenstraße. Antifaschist_innen rollten vom Dach eines Eckhauses ein Transparent herab, zündeten Feuerwerkskörper und bengalische Fackeln. In Fortsetzung ihrer überzogenen “Sicherheitsmaßnahmen” setzte die Polizei daraufhin einen Hubschrauber zur Ermittlung der antifaschistischen Dachkletter_innen ein. Nach einer weiteren Zwischenkundgebung an der Münsterstraße ging es geradewegs zur Kampstraße, dem Tatort des Mordes an Thomas “Schmuddel” Schulz. Dort wurde die Demonstration nach insgesamt ruhigem Verlauf gegen 19.00 Uhr beendet.

null

Im Anschluss an die Demonstration fand in einem leerstehenden DB-Gebäude im Dortmunder Hafen eine vom AK Freiraum organisierte Besetzungsparty statt. Bis zu 300 Gäste lauschten verschiedenen Hardcore-Bands, um im späteren Abendverlauf durch mehrere DJanes musikalisch unterhalten zu werden. Informationen dazu gibt es hier. Weitere Bilder und eine eigene Darstellung der Demonstration finden sich auch bei der Antifaschistischen Union: FotosBericht