Archiv für März 2010

Erinnern an Thomas Schulz

Dortmund. Am gestrigen Sonntag erinnerten an der U-Bahnhaltestelle Kampstraße Antifaschist_innen an den vor genau 5 Jahren dort ermordeten Punker Thomas “Schmuddel” Schulz. Aufgerufen hatten verschiedene antifaschistische Gruppen, ca 60 Menschen nahmen an der Versammlung Teil.

Thomas Schulz wurde am 28. März 2005 vom damals 17-jährigen Neonazi Sven Kahlin getötet, nachdem er mit diesem über rechtsradikale Parolen in Streit geraten war. Kahlin zog im Laufe des Streits ein Messer und stach dem Punker damit in die Brust.

Der Mord stellte den traurigen Höhepunkt rechter Gewalt in Dortmund dar, und verdeutlicht die Gefahr, die von Neonazis ausgeht. Es ist wichtig sich dieser Gefahr bewusst zu sein, wenn allzu häufig das Naziproblem in Dortmund marginalisiert wird, und offizielle Stellen sich wahlweise als ignorante Wegseher erweisen oder versuchen sich als Kämpfer gegen rechts zu profilieren, die alles im Griff hätten.

Die Dortmunder Neonazis, die in der Vergangenheit immer wieder versuchten Veranstaltungen zu Fotografieren, um Material für ihre Hetze gegen Antifaschist_innen zu gewinnen, blieben heute lieber in ihrem Ladenlokal in der Rheinischen Straße.

Rechtes Märchenland Zerlegen

Am 27. und 28. März 2010 wollen pro NRW und der Landesverband NRW der NPD in der Ruhrgebietsstadt Duisburg mehrere Aktionen gegen die vermeintliche „Islamisierung“ Europas durchführen. Das emanzipatorische Antifa-Bündnis „Rechtes Märchenland zerlegen!“ ruft zu Gegenaktionen und einer radikalen Kritik der bestehenden Verhältnisse auf.

Dortmunder Gegendarstellung zum RHZ-Artikel

Mit großer Aufmerksamkeit und Befremden lasen wir den Artikel “Antifaschismus unerwünscht! – Die zunehmende staatliche Repression gegen Antifaschisten stärkt einzig die Nazis” in der aktuellen Rote Hilfe-Zeitung.

Thema des Artikels ist die Repression gegen Antifaschist_innen. In dem von Markus Bernhardt und Johann Heckel verfassten Artikel wird auch auf die Situation in Dortmund Bezug genommen. Empörend ist hier besonders der Absatz, in dem es um die Dortmunder Antifaschist_innen geht. Ungeachtet der völlig unterschiedlichen Ausrichtungen der vier in Dortmund aktiven autonomen Antifa-Gruppen und der Fragwürdigkeit der Unterstellung überhaupt wird behauptet, die Aktivität der autonomen Gruppen beschränke sich auf die Propagierung von Identitätspolitik bezüglich Israels und der USA sowie auf das Vorgehen gegen in dieser Hinsicht anders Gesinnte. Entgegen der Behauptungen in dem Artikel geht die vielfältige antifaschistische Arbeit, trotz des starken Naziproblems, schon seit Jahren von eben jenen örtlichen Antifa-Gruppen aus, die z.B. bereits seit 2005 jedes Jahr, anlässlich des von einem Neonazi ermordeten Thomas Schulz, eine Gedenkdemonstration organisieren sowie seit Beginn der Naziaufmärsche zum Antikriegstag die Gegendemos auf die Beine stellen. Auch die sonstige kontinuierliche Arbeit der örtlichen Antifa-Strukturen wird hier bewusst und beharrlich geleugnet. Diese Arbeit findet sogar trotz der völlig unterschiedlichen politischen Standpunkte der Gruppen nicht selten kooperativ und solidarisch statt.

Als Mitglieder der Roten Hilfe und als aktive Antifaschist_innen aus Dortmund weisen wir diese Diffamierungen zurück und verlangen eine entsprechende Gegendarstellung. Zu der Art wie sie in die Welt gesetzt wurden möchten wir außerdem ein paar Worte verlieren.

Markus Bernhardt, als eine_r der Autor_innen des Artikels, hat seit Mitte dieses Jahres eine Vielzahl von Artikeln in der “Jungen Welt”, der Zeitschrift “Neues Deutschland” und weiteren linken Medien veröffentlicht, die alle gemeinsam haben, dass in ihnen Falschbehauptungen über die Dortmunder Antifa-Gruppen getätigt werden. Nicht nur, dass die Arbeit der örtlichen Antifa-Gruppen entweder falsch dargestellt oder diffamiert wird, jüngere Antifa-Gruppen und deren Engagement finden überhaupt keine Erwähnung. Etliche von uns erstellte Artikel in Zeitschriften und auf Onlineportalen wie z.B. Indymedia sowie eine bundesweite Mobilisierung zu den Aktionen gegen den Naziaufmarsch im September werden für nicht existent erklärt. Zudem werden der “Antifaschistische Impuls Dortmund” sowie die “Antifaschistische Union Dortmund” als “antideutsche Splittergruppen” bezeichnet. Das ist erstens eine falsche Tatsachenbehauptung und zweitens als ein weiterer Versuch von Markus Bernhardt zu werten, die örtlichen Antifa-Strukturen zu diffamieren.

Ist dieses Vorgehen in linken Zeitungen schon ärgerlich genug, finden wir es gegenüber der Roten Hilfe besonders unwürdig. Wir denken nicht, dass es Ziel der Zeitung der Roten Hilfe ist, sich für eine Privatfehde eines ihrer Autoren gegen die Dortmunder Antifa-Szene instrumentalisieren zu lassen. Dies steht den Zielen der Roten Hilfe, strömungsübergreifende Solidarität für linke Bewegungen zu organisieren, vielmehr diametral entgegen. Die Rote Hilfe-Zeitung ist mit Sicherheit nicht die richtige Plattform, um solche Probleme auszutragen. Aber Markus Bernhardt hat genau dies getan und seine Position innerhalb der Roten Hilfe missbräuchlich ausgenutzt. In der nächsten Ausgabe muss deshalb Platz für eine kurze Gegendarstellung eingeräumt werden, sowie eine öffentliche Entschuldigung der Verfasser_innen des Artikels abgedruckt werden. Da die Rote Hilfe Zeitung dieser Forderung nicht nachkommen will und keine Kommunikation mit uns zu dem Thema für nötig hält, haben wir uns entschlossen diese Gegendarstellung öffentlich zu machen.

Unterzeichner_innen

Antifaschistischer Impuls Dortmund / http://aid.blogsport.de
Antifaschistische Jugend Dortmund / http://ajdortmund.blogsport.de
Antifaschistische Union Dortmund / http://antifaunion.blogsport.de
Antinationale Antifa Dortmund / http://antinational.blogsport.de
AK Freiraum Dortmund / http://akfreiraum.blogsport.de
Antifa Medienzentrum Dortmund / http://radio.nadir.org

In Gedenken an Thomas Schulz

In den kommenden Wochen nähert sich auf ein Neues der Jahrestag der Ermordung von Thomas „Schmuddel“ Schulz durch einen Dortmunder Neonazi. Seit dem Tag seiner Ermordung wurden regelmäßig Demonstrationen, Kundgebungen und anderen Aktionen organisiert, die an den faschistischen Mord erinnern sollen. Auch in diesem Jahr sind Veranstaltungen vorgesehen.

Am 28.03.2010 – dem Todestag von Thomas Schulz – veranstalten Dortmunder AntifaschistInnen eine Gedenkkundgebung. Treffpunkt: U-Bahnhof Kampstraße, Oberfläche. Beginn: 18.30 Uhr.

Für den 03.04.2010 ruft die Antifaschistische Union Dortmund zu einer Demonstration unter dem Motto „Linke Freiräume erkämpfen!“ auf. Treffpunkt: Dortmund Hauptbahnhof (Vorplatz) Beginn: 16 Uhr

[15.03.2010] Internationaler Tag gegen Polizeibrutalität

Für den 15.03.2010 ruft die Antifaschistische Jugend Dortmund zu einer Demonstration gegen Polizeigewalt auf. Seit vierzehn Jahren soll der 15. März als internationaler Tag gegen Polizeibrutalität etabliert werden.

Treffpunkt: Dortmund Hbf (Vorplatz)
Beginn: 18 Uhr