Archiv für Februar 2010

Dresdner Nazi-Aufmarsch verhindert

Ein rundum erfolgreiches Wochenende liegt zurück. AntifaschistInnen aus dem ganzen Bundesgebiet und darüber hinaus haben „Europas größten Nazi-Aufmarsch“ verhindert. Mehrere zehntausend Menschen haben durch Blockaden und Einzelaktionen dafür gesorgt, dass die knapp 5000 angereisten Neonazis herbe Niederlagen einzustecken hatten.

Entgegen den Darstellungen der Presse hat dabei die Menschenkette rund um die Dresdner Altstadt und die bürgerliche Beteiligung insgesamt eine untergeordnete Rolle gespielt. Es waren autonome Antifas und andere Linke, die durch umfangreiche Vorbereitung, breite Mobilisierung und Konsequenz vor Ort das Geschehen bestimmt haben. Auch die Behörden mussten schließlich eingestehen, dass vorallem Sicherheitsbedenken gegen einen Laufmarsch der Rechten sprachen. Der zum Teil politisch gewollte und durch die Polizei tolerierte Protest des bürgerlichen Spektrums war nach wenigen Stunden eine reine Farce.

Die Eigeneinschätzung der Polizei ist auch insofern zutreffend, alsdass Neonazis, die sich in Richtung GegendemonstrantInnen verirrt hatten, oft genug Fahrzeugbeglasung oder gar die körperliche Unversehrtheit einbüßen mussten. Mindestens zwei mal wurden Angriffsversuche rechter Großgruppen durch AntifaschistInnen verunmöglicht. In Umgebung des AZ Conni ließ sich nach einem antifaschistisch unterbundenen Kurzaufmarsch einer 80-köpfigen Neonazi-Gruppe kein weiterer Rechter mehr blicken. Auch an der Hechtstraße mussten über eintausend Nazis vor einer entschlosseneren Gruppe Antifas zurückstecken. Auch die ersatzweise durchgeführten „Spontandemonstrationen“ in anderen Städten konnten die völlige Niederlage der bundesweiten Neonazi-Szene in keiner Weise kompensieren. Den durch die Neonazis und Polizeibrutalität verletzten AntifaschistInnen dürfte es zwar nur ein schwacher Trost sein, aber die Mobilisierung der bundesweiten Neonazi-Szene hat für die Verantwortlichen in ein völliges Desaster geführt.

Auch die VertreterInnen von nationalistischer „Gedenkkultur“ haben am Wochenende mehrfach zu spüren bekommen, dass ihre geschichtsrevisionistischen „Trauerveranstaltungen“ nicht unwidersprochen bleiben. Nicht bloß, dass die bürgerliche Menschenkette von brennenden Barrikaden, militanten Anti-Nazi-Aktionen u.ä. überschattet wurden – „Gedenkgottesdienst“ und andere Veranstaltungen wurden ebenfalls durch AntifaschistInnen gestört und kurzzeitig unterbrochen. Gemeinsam mit einer themenbezogenen Vorabenddemonstration mit mehr als tausend TeilnehmerInnen kann auch hier von einem kleinen Erfolg gesprochen werden. Im nächsten Jahr sollten diese Aktionen ausgebaut werden.

Nordrheinwestfalens antifaschistische Strukturen haben durch eine breite Mobilisierung entscheidend dazu beigetragen, das Wochenende zu diesem Erfolg zu machen. Mehrere hundert AntifaschistInnen haben vor Ort Unterstützung geleistet. Sowohl die Vorabenddemonstration antinationaler Gruppen als auch die Aktivitäten am 13.02. selbst wurden erfolgreich mitgetragen. Die Aktionen gegen den Dresdner Aufmarsch können als Vorbereitung auf seit Jahren schrumpfende „Großevents“ nordrheinwestfälischer Neonazis in guter Erinnerung bleiben.

Überarbeitung der Internetseite

Die Internetseite des AID ist grundlegend überarbeitet worden. Ältere Artikel können selbstverständlich nach wie vor über die Kategorien und das Archiv eingesehen werden.