Infoveranstaltungen gegen den Naziaufmarsch in Dresden

Demonstration in Dresden am 13.02.09Ende des Monats finden in Dortmund zwei Veranstaltungen gegen den Naziaufmarsch in Dresden statt. Die beiden Antifabündnisse „Keine Versöhnung mit Deutschland“ und „No Pasaran“ werden ihre Aktivitäten vorstellen.

Während der Veranstaltungen habt ihr die Möglichkeit, Tickets für den Vorabendbus nach Dresden zu erwerben. Weitere möglichkeiten zum Ticketkauf sind Mülheim, 19.1. und Köln, 22.1.

Die Veranstaltungen sind Teil der gemeinsamen Mobilisierung von antifaschistischen Gruppen aus NRW. Alle Infos hierzu findet ihr unter http://nopasarannrw.blogsport.de .

24.01. | 16:00 | Langer August, Braunschweiger Str. 22 | Keine Versöhnung mit Deutschland!
Der Dresden Mythos – Geschichtsrevisionismus am Beispiel Dresdens.
Der seit 1998 in Dresden, anlässlich der Bombardierung der Stadt im Februar ’45, stattfindende Naziaufmarsch hat sich als ein bedeutendes jährliches Großevent in der bundesweiten Naziszene etabliert. Spektrenübergreifend treffen sich jedes Jahr mehrere tausend Alt- und Neonazis um ihre geschichtsrevisionistische und die Shoa verharmlosende Propaganda in die Öffentlichkeit zu tragen. Das dies gerade in Dresden über Jahre hinweg nahezu ungestört möglich war, liegt an der allgemeinen Gedenkpraxis in der Stadt. Jahrelang fand hier eine fast ausnahmslose Stilisierung der Deutschen als Opfer statt. Die Ausblendung der Ursachen der Bombardierung sowie zahlreiche Mythen und Legenden boten Neonazis viele Anknüpfungsmöglichkeiten. In den letzten Jahren fand ein Wandel im Dresdner Gedenk – Diskurs statt, der sowohl eine artikulierte Abgrenzung von den Nazis als auch eine inhaltliche Verschiebung mit sich brachte. Doch trotz der offiziellen Entmythologisierung, Versachlichung und Kontextualisierung des 13. Februars bleibt das Dresden-Gedenken in seinem Kern geschichtsrevisionistisch und muss als solches kritisiert werden.
Der Vortrag gibt einen Überblick zum jährlich in Dresden stattfindenden Gedenken sowie dessen geschichtliche Entwicklung. Die Referent_innen gehen der These nach, dass das Gedenken in seinen verschiedenen Formen geschichtsrevisionistisch ist.

26.01. | 20:00 | Langer August, Braunschweiger Str. 22 | No Pasaran – Kein Naziaufmarsch in Dresden
Schon im letzten Jahr demonstrierten 5000 AntifaschistInnen auf Dresdens Straßen gegen den Aufmarsch. Daran will No Pasaran anknüpfen: Dieses Jahr gibt es ein breites Bündnis aus Antifagruppen, Partei(-jugenden), Gewerkschaften uvm, das zu Massenblockaden aufruft. Dabei orientieren wir uns an den Erfahrungen aus den Blockaden von Heiligendamm und dem Antiislamkongress in Köln.
Über das Konzept der Massenblockaden und die Möglichkeiten an ihnen Teilzunehmen wird es an diesem Abend nähere Infos geben.